Immer mehr Wildsauen im Odenwald!

Saugut schmeckt es der Schwarzkittelfamilie. ODENWALD (pm/kir). Die Schwarzwildpopulation hat sich in den vergangenen 20 Jahren nicht nur im Odenwald vervielfacht.

Dies liegt zum Teil am Wandel der landwirtschaftlichen Anbaustrukturen: Wo früher vorwiegend kleine Parzellen mit verschiedenen Getreide- und Gemüsesorten bestellt wurden, wird heute großflächig Mais, die Lieblingsnahrung der Sauen, angebaut. Zudem haben die großen Stürme Lothar, Wiebke und zuletzt Kyrill die Forststrukturen verändert - und die Lebensbedingungen für Schwarzwild wesentlich verbessert: Aus Nadelwaldmonokulturen wurden vielerorts Mischwaldkomplexe mit dichtem Unterwuchs - herrliche Verstecke und Kinderstuben für das intelligente Borstenvieh. Im vergangenen Jahr kam noch eine enorme Buchen- und Eichelmast hinzu, die die Sauen den ganzen Winter über üppig mit Fraß versorgte und die Reproduktionsrate steigen ließ. In vielen Odenwaldrevieren, in denen Schwarzwild früher eher selten vorkam, werden heute zweistellige Jahresstrecken erzielt.

So treibt es manchem Jagdpächter den Angstschweiß auf die Stirn, wenn der Mais in die Milchreife kommt und das große Fressen beginnt. Denn er muss dem Landwirt den angerichteten Wildschaden ersetzen! Selbst Elektrozäune halten die Anpassungskünstler nicht davon ab, über die Maisschläge herzufallen. Und sind sie erst einmal im Mais, lassen sie sich nur schwer wieder aus diesem Paradies vertreiben. Die Jäger sind ständig damit beschäftigt, die Zäune zu kontrollieren und an den Äckern anzusitzen, um diese regelrecht zu "bewachen".

Die gute Nachricht: Dank des hohen Schwarzwild-Aufkommens gibt es nun auch häufiger frische Wildschweinsteaks und -Bratwürste zu kaufen: Ein besonderer Leckerbissen bei jedem Grillfest! Fragen Sie hierfür bei Ihrem Metzger, dem örtlichen Jäger oder einem der Odenwälder Forstämter nach.

Verein der Jäger im Odenwald

zurück