Frische Kräutersträußchen für das gewisse Etwas

Biohof Kaffenberger so vielfältig wie ein Garten Eden

Kaffenberger-Canapés ... REICHELSHEIM/GERSPRENZ (kir). Wer umfassend über all die Köstlichkeiten berichten wollte, die die Landwirte Georg und Georg Kaffenberger als Direktvermarkter für ihren EG-Biohof in Gersprenz (direkt an der B 38) anbauen, müsste damit ganze Seiten füllen. Wir wollen uns heute auf den Bereich "Kräuteranbau" konzentrieren, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass vor Ort auch etwa vierzig verschiedene Sorten Gemüse produziert werden.

In den letzten 15 Jahren haben die Kaffenbergers zudem rund 1000 Obstbäume neu gesetzt, und können jetzt die Früchte zahlreicher Birnen-, Kirsch-, Zwetschgen-, Pfirsich-, Mirabellen-, Reneclauden- und Quittenbäume und allein 430 Hochstamm-Apfelbäumchen ernten. In den Gersprenzauen gedeihen zudem Esskastanien, Haselnüsse, Maulbeeren und Weintrauben. Ein wahrer Garten Eden also, in dem sich auch die 15 Bienenvölker wohl fühlen, die das Angebotssortiment um leckeren Honig bereichern. Aus eigener Produktion gibt es im Hofladen zudem Bio-Rind und -Kalbfleisch zu kaufen, zum Teil auch in Form von Wurst oder Kalten Platten. Das fällt dann aber bereits in das Aufgabengebiet von Elke Kaffenberger und ihrer Tochter Christiane. Die stehen, zusammen mit drei Verkäuferinnen, der Kundschaft helfend zur Verfügung, sorgen aber auch dafür, dass sich frisches Obst unter ihren kundigen Händen alsbald in leckeren Fruchtaufstrich oder köstliches Eingemachtes verwandelt. Für die Wochenenden backen sie regelmäßig lockere Hefekuchen aus Dinkelmehl mit Obst der Saison und auf Anfrage kreieren sie köstliche Canapés aus frisch gebackenem "Wunschbrot" (Körner-, Dinkel- oder Weißbrot), bestückt mit - beispielsweise - Rinderschinken, Bio-Lachs, Roastbeef oder Käse, und überstreut mit duftenden Blüten direkt vom Feld.

Knackfrisch ist die Gartenmelde, die Georg Kaffenberger gerade vom Feld geholt hat. Seine Schwester Christiane – übrigens die amtierende Odenwälder Kartoffelprinzessin und baldige Kartoffelkönigin – freut sich über das Kräutersträußchen, das er ihr mitgebracht hat. Kompetenter Ansprechpartner in Sachen Kräuter- und Gemüseanbau ist vor allem Sohn Georg IV, der im Frühjahr an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Heidelberg seine Meisterprüfung in der Fachrichtung Gemüseanbau abgelegt hat und voll Experimentierfreude steckt. Die Pflänzchen für seine Versuche zieht er aus biologischem Saatgut daher meist selbst an oder kauft sie von Spezialgärtnereien. Dabei legt er viel Wert auf Vielfalt. So kann er beispielsweise Currykraut (sieht ein bisschen aus wie Lavendel) anbieten, oder Zitronengras, um dem wachsenden Interesse an chinesischer Küche entgegenzukommen. Kalorienbewusste Konsumenten werden gern zu Ananas-Salbei greifen, um damit ihr Dessert zu süßen. Viele Kräuter - wie etwa Zitronenverbene, Salbei oder Thymian eignen sich zudem prima zur Teeherstellung. Gern gekauft werden auch die stets frisch gepflückten Kräutersträußchen, die Salatsaucen oder Kräuterquark das geschmackliche "Gewisse Etwas" verleihen. Als Hit im Gemüsebereich erweist sich immer mehr der Anbau von Gartenmelde. Die schmeckt ähnlich wie Spinat, ist aber feiner im Geschmack und blitzschnell zubereitet: Einfach die ganzen Blättchen von der Pflanze abzupfen und in einem Pfännchen in heißer Butter etwas zusammenfallen lassen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und fertig. Man kann daraus aber auch super-saftige Pfannkuchen zaubern: Dazu die Blättchen etwas klein schneiden, ein paar gehackte Zwiebelschlotten hinzufügen und im Teig ausbacken. Köstlich!

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