Schachfiguren-Ausstellung im Elfenbeinmuseum noch bis Mitte September

Mal kriegerisch, mal zum Kringeln komisch

Stumme Schlachten – mal ernst – mal komisch. ERBACH (kir). Mit Schachfiguren kann man wunderbar spielen, man kann sie aber auch sammeln. Dr. Thomas Thomsen aus Kronberg, Mitglied im Kuratorium des Elfenbein-Museums, macht seit Jahrzehnten beides. Nun hat er 65 seiner schönsten Spiele für eine Sonderausstellung im Erbacher Elfenbein-Museum zur Verfügung gestellt. Die ist noch bis zum 16. September zu sehen - und absolut sehenswert!

Schachspiele aus unterschiedlichsten Materialien und aus den verschiedensten Ländern, Kulturen und Jahrhunderten sind hier liebevoll in einer Art Labyrinth aufgebaut. Sie stehen in blank geputzten Vitrinen, blitzen und blinken, und die indirekte Beleuchtung in dem Raum verstärkt die dem Ganzen innewohnende, zauberhafte Stimmung. Hier mag der Betrachter gern verweilen und bewundern. Manche Figuren präsentieren sich streng und kriegerisch, wenn da beispielsweise Griechen gegen Perser antreten, oder Churchill gegen Hitler. Hier passt das Motto der Ausstellung "Stille Schlachten" ganz hervorragend. Bei anderen Figurengruppen hingegen überwiegt das komische Element. Da stehen sich dann kunterbunte Mickey-Mouse-Figuren gegenüber, oder langbeinige Frösche, die als "Pferdchen" auf einer Vorderhand balancieren.

Beim Studium der locker überall verstreuten Informationstexte kann der Besucher viel über die Jahrhunderte alte Kultur des Schachspiels erfahren, und natürlich auch selbst mit Springer, Dame oder Turm hantieren. Dabei kann er entweder gegen einen anderen Besucher antreten, oder sich mit dem gut programmierten Computer auseinandersetzen. Eine stille Gedenkminute werden Schachfreunde sicherlich auch dem einzigen deutschen Schach-Weltmeister zugestehen: Emanuel Lasker gewann 1894 gegen den amtierenden Weltmeister Wilhelm Steinitz und konnte seinen Titel bis 1924 erfolgreich verteidigen. An ihn erinnert ein Schachtisch mit abgegriffenen Originalfiguren aus dem Weltmeisterschaftskampf 1910 gegen Herausforderer Carl Schlechter.

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos unter Tel. 06062-91 999 21 oder im Internet unter www.erbach.de.

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